Frankfurt am Main

Gesundheitliche Langzeitfolgen von Corona: Long Covid und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Seit mittlerweile zwei Jahren hat die Coronapandemie die ganze Welt im Griff. Mit jeder Steigerung der Impfquote wird die Hoffnung, die Pandemie hinter sich zu lassen, größer. Doch mit jeder Mutation des Virus folgt die Ernüchterung. Wir sorgen uns um unsere Gesundheit. Vor einer möglichen Coronainfektion, vor Quarantäne oder einem komplizierten Krankheitsverlauf. Und vor wirtschaftlichen Folgen. Vor Insolvenz und Jobverlust. 

Seitdem Impfstoffe auf dem Markt sind und der Großteil der Bevölkerung geimpft ist, hat die Sorge vor schweren Krankheitsverläufen abgenommen. Denn Intensivstation und Beatmungsgerät drohen meist Ungeimpften mit Vorerkrankungen. So hat jeder die Möglichkeit, sich bestmöglich zu schützen und kann trotz Coronainfektion auf einen milden Krankheitsverlauf hoffen. Und Studien zeigen, dass tödliche Verläufe bei dreifach geimpften gegen Null gehen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.


Noch relativ unerforscht sind die Spätfolgen des Coronavirus, die sogenannten Long Covid-Symptome. Doch die haben es in sich. Long-Covid-Patienten leiden oft noch monatelang, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, unter gesundheitlichen Folgen. Zunächst wurden diese Symptome nicht erstgenommen. Doch mittlerweile mehren sich Studien, welche die langfristigen Folgen beleuchten und prognostizieren, welche Auswirkungen sie haben können. So hat man die Krankheit selbst dank wirkungsvoller Impfungen mittlerweile ganz gut unter Kontrolle. Doch das Damoklesschwert Long Covid schwebt über uns.

Welche Symptome drohen bei Long Covid und wie häufig treten sie auf?

Doch was sind die Langzeitfolgen und was gibt es für Unterschiede? Mit dem Begriff Long Covid werden Symptome beschrieben, die mehr als vier Wochen nach einer akuten Coronaerkrankung fortbestehen. Dauern die Symptome länger als drei Monate an, so spricht man von Post Covid. Zur Frage, wieviele Personen an Coronaspätfolgen leiden, gibt es widersprüchliche Angaben.


In der sogenannten S1-Leitlinie, einer Handlungsempfehlung für Ärzte und Kliniken, spricht man von etwa zwei Prozent. Eine Analyse von Krankenakten aus den USA ergab jedoch, dass sieben Prozent der Covid-Patienten nach sechs Monaten noch Beschwerden hatten. Auch wenn eine genaue Angabe schwer möglich ist, ist die Zahl jedoch insgesamt sehr hoch. Denn in Deutschland haben sich bis Ende Januar 2022 bereits über 9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Somit wären selbst bei zwei Prozent bereits über 180.000 Menschen betroffen.


Die Beschwerden, die bei Long Covid auftreten können, sind vielfältig. Allgemeine Beschwerden reichen von Erschöpfung, Muskel- und Gelenkschmerzen bis zu allgemeinem Unwohlsein. Ferner treten Beschwerden der Atemwege, der Sinne sowie Herz-, Kreislaufbeschwerden häufiger auf. Darüber hinaus Beschwerden des Nervensystems, Stoffwechselstörungen oder depressive Verstimmungen. Gerade diese Vielfalt macht es so schwer, geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Welche Faktoren Long Covid begünstigen, ist ebenfalls noch nicht ausreichend erforscht. Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko für Long Covid deutlich erhöhen. Hierzu zählen ein schwerer Verlauf der Coronaerkrankung, Adipositas oder Vorerkrankungen von Herz oder Lunge.

Welche Auswirkungen hat Long Covid auf die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Warst du bereits an Corona erkrankt und möchtest eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen? Hast du Corona gut überstanden und zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keine Folgeschäden, hat dies keinen Einfluss auf den Vertragsabschluss. Doch auch bei erkennbaren Folgen musst du dir keine Sorgen machen. Denn spezielle Fragen nach einer Coronainfektion gibt es nicht. Es gelten die gleichen Bedingungen wie bei anderen Krankheiten. Im Rahmen der Gesundheitsfragen müssen bekannte gesundheitliche Leiden wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei der Frage nach Atemwegserkrankungen solltest du daher eine überstandene Coronainfektion unbedingt nennen. Dies hat keinen Einfluss auf den Versicherungsabschluss. Wird bei den Fragen zu deinem Gesundheitszustand die Infektion jedoch verschwiegen, gefährdest du später deine Leistungsansprüche auf Berufsunfähigkeitsrente.


Hast du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung und es treten Spätfolgen auf, musst du dir in der Regel ebenfalls keine Sorgen machen. Denn das entscheidende Kriterium ist nicht Corona oder Long Covid. Entscheidend ist, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Dies stellt ein Arzt oder Gutachter fest, nicht die Versicherung. Somit bist du auch im Falle von Spätfolgen versichert. Die Ursache der Erkrankung ist in diesem Fall unwichtig. Ähnliches gilt auch für eine Berufsunfähigkeit, die im Rahmen von Kurzarbeit oder Homeoffice eintritt. Zwar sind immer Aufgaben und Arbeitszeit der letzten Tätigkeit Grundlage der Leistungen. Da beides jedoch coronabedingt vom Arbeitgeber aus wirtschaftlichen und infektiösen Gründen angeordnet wurde, hat auch das keinen Einfluss auf deine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wie sollten Sie die passende Versicherung auswählen?

Viele Versicherungen ähneln sich in Angebot und Preis. Sie sollten sich daher gut informieren und unbedingt die Erreichbarkeit und Servicequalität von Versicherern einfließen lassen. 

Achten Sie dabei auf Qualitätssiegel und verlassen Sie sich nicht nur auf ein Bild, sondern hinterfragen Sie die Prüfung. Ein Gütesiegel von Fralytics ist immer mit einer Auswertungsseite verknüpft. Das bedeutet, dass die Ergebnisse transparent  erfassbar sind und welche Ergebnisse der direkte Kontakttest hatte.

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